Wieder in Deutschland

Nun bin ich schon seit einer Woche wieder in Deutschland und das wieder Ankommen mag noch nicht so recht gelingen. Ich hatte schon so vieles für die kommende Zeit geplant, fühle mich nun aber eher müde. So genieße ich es wieder zuhause zu sein, in meinem Wagen mit meinem Lieblingmensch und einem Sommer, der zumindest weniger grau, heiß und verregnet ist als in Bangladesch.

Eigentlich sollte mein Rückflug eine gute Woche später am 27. sein. Doch da es sich nicht restlos klären ließ, welche overstay fees, weiteren Kosten und sonstige Risiken nach Ablauf des Visums am Flughafen zu erwarten wären, buchte ich meinen Flug lieber um. Vor der Abreise kehrte ich dann noch ein letztes Mal nach Mymensingh zurück, um mich von all den lieben Menschen dort zu verabschieden und meine Koffer zu holen. Viel Zeit blieb mir dort allerdings nicht mehr – gerade genug um noch zwei kurze Interviews für meine Bachelorarbeit zu führen, mein Gepäck nochmal umzupacken und einige traurig-optimistische Abschiedsworte zu wechseln. Dann ging es panisch zum Bahnhof und ich erreichte am frühen Abend den Flughafen, wo ich nochmal viele Stunden Wartezeit hatte …

 

Nun schaue ich auf eine faszinierende Zeit in Bangladesch zurück und fühle zugleich die Notwendigkeit meine nächsten Monate zu planen: Uni, Leben, Einkommen – einfach alles.

Tolle Menschen

Seit nun schon über zwei Wochen ist mein Lieblingsmensch hier zu Besuch. Seitdem vergeht die Zeit anders. Nachdem ich ihn aus Dhaka abgeholt hatte, sind wir hier in Mymensingh. Zwar bleibt neben der täglichen Arbeit garnicht so sehr viel Zeit für gemeinsame Unternehmungen, aber trotzdem ist es toll den wichtigsten Menschen hier zu haben und meine Erlebnisse mit ihm zu teilen. Für einige Tage waren wir in Huzurikanda, wo ich mal wieder Interviews gemacht haben. Dann sind wir nach Mymensingh zurückgekehrt, wo ich auch Interviews mache und mein Lieblingsmensch sich zur Zeit um die Computerkurse kümmert.

Morgen fahren wir zusammen für zwei Wochen in den Urlaub und schauen uns den Süden des Landes an – darauf freue ich mich schon sehr. Zugleich stimmt es mich aber auch ein bisschen traurig, dass die netteste Person im Projekt hier, die Pförtnerin gerade sehr krank ist und es ihr offenbar nicht gut geht. Sie sagte, sie wird mich vermissen, wenn ich zwei Wochen weg bin. Zwar denke ich, dass ich eher meinen Urlaub genießen werde, als irgendjemanden zu vermissen, aber spätestens wenn ich nach meiner Zeit hier wieder nach Deutschland gehe, wird sie mir auch sehr fehlen.

Visum, Tag der Muttersprache und viel unterwegs

Die vergangene Woche war sehr turbulent. Es ging Montags mit einer Fahrt nach Dhaka los. Visum, Tag der Muttersprache und viel unterwegs weiterlesen

Die Stadt immer wieder neu entdecken

Seit etwa einer Woche bin ich wieder viel in der Stadt unterwegs. Während der Arbeitszeit führe ich immer wieder mal Schulpatenschaftsinterviews, derzeit vor allem hier im Stadtviertel. Nach der Arbeit laufe ich gerne mal einfach herum, oder es zieht mich in das Stadtzentrum. Die Stadt immer wieder neu entdecken weiterlesen

Mit dem Fahrrad auf dem Lande

Letzte Woche Freitag bin ich wieder nach Huzurikanda gefahren. Diesmal alleine mit dem Fahrrad. Mit dem Fahrrad auf dem Lande weiterlesen

Schulpatenschaftsinterviews

In der letzten Zeit habe ich viele sogenannte SSP-Interviews geführt. Das ist eine meiner Hauptaufgaben hier. Durch das School Scholarship Program wird mit Patenschaften aus Deutschland und anderen europäischen Ländern sichergestellt, dass Kinder aus ärmeren Haushalten ein Schule gehen können. Meist werden Mädchen gefördert, da zum einen ohne Förderung ihre Aussichten auf eine gute Ausbildung geringer sind als die der Jungen und zum anderen durch die Bedingung, dass nur unverheiratete Kinder und Jugendliche gefördert werden, die frühen Verheiratung der Mädchen verhindert werden soll. Schulpatenschaftsinterviews weiterlesen

Das neue Jahr und miese Temperaturen

Den Jahreswechsel verbrachte ich mit (fast) der gesamten Mati-Belegschaft in Huzurikanda, einem weiteren Projektstandort von Mati. Ich hatte mich durch die morgendliche Abfahrt des „deutschen Teams“ mit dem Fahrrad am 30. Dezember aus verschiedensten Gründen unter Stress gesetzt gefühlt. Ich wollte vor Jahreswechsel noch tausend Dinge im Internet erledigen und fühlte mich müde und gestresst. Als ich dann am Morgen meinen Rucksack packen wollten, entdeckte ich, dass er nach nur einem Monat hier im Projekt voller Schimmel war. Das neue Jahr und miese Temperaturen weiterlesen

Unsere Weihnachtsessen

Die beiden letzten Wochen war viel hier los: es ist noch voller geworden und immer wieder gab es große Essensrunden. Anfang der vergangenen Woche war die Frau des Gründers [sie ist Deutsche, er Bengale] gemeinsam mit ihren drei Kindern angekommen. Sie alle hatten bislang hier gelebt. Doch das bengalische Schulsystem ist im Vergleich mit dem deutschen um so vieles nachteiliger, dass die Familie nach langem Überlegen, zu Beginn des laufenden Schuljahres nach Deutschland gewechselt war. Unsere Weihnachtsessen weiterlesen

Zwei freie Tage

Nach zwei freien Tagen, war heute wieder ein Arbeitstag. Freitag ist hier ja ohnehin der freie Wochentag und gestern war ein Feiertag, der sogenannte Siegestag (Bijôy Dibôs), an dem der Sieg der Bangladeschs und Indiens über die pakistanische Armee gefeiert wird. Mit diesem Sieg wurde Bangladesch 1971 unabhängig. Dieser darf allerdings nicht mit dem Unabhängigkeitstag (Shadhinôta Dibôs) verwechselt werden, der am 26. März gefeiert wird und an die Unabhängigkeitserklärung (ebenfalls von 1971) erinnert.

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Leute und Launen

Nachdem es die erste Zeit hier meist sonnig und relativ warm war, hat es seit Samstag fast durchgehend geregnet. Obwohl die Tagestemperatur immer noch über 20 Grad lag, habe ich immer wieder gefroren. Aber vor allem machte mich das schlechte Wetter übellaunig. Heute kam die Sonne endlich wieder raus und mir geht es schon etwas besser.

Auch an den hiesigen Geräuschpegel gewöhne ich mich so langsam, zumal die Lärmbelastung hier nicht so zu spüren ist wie im Stadtzentrum, und Mymensingh diesbezüglich ohnehin mit Dhaka nicht zu vergleichen ist. Hier nerven mich eher die kleinen Geräusche: die Filmmusik aus dem Nachbarhaus beim Einschlafen oder die Diskussionen und das laute Lachen aus dem „Youth Centre“, einem großen Raum, der direkt vor meiner Zimmertür liegt. Leute und Launen weiterlesen

Hochzeit auf bengalisch

Gestern Abend machten wir Freiwilligen einen kleinen Spaziergang mit zwei Mati-Mitarbeitern. [Einer von ihnen hatte darauf bestanden, dass Mati uns zu Süßigkeiten einladen solle, aber das wollten wir nicht. Trotzdem gingen wir nach einigem Hin und Her los und sagten, dass wir höchstens eine Tasse Tee annehmen würden. Schließlich endeten wir wir ein einem Imbiss, in dem Pulverkaffee von Nescafe, der einzig hier erhältliche Kaffee, angeboten wurde – zum Kopfschütteln, da wir keinen Kaffee wollten und dieser mehr als zehnmal so viel kostet wie Tee. Aber darum soll es hier eigentlich gar nicht gehen.] Als wir von Mati den Pfad zur Bahnlinie entlang gingen, hörten wir einige hundert Meter von Mati entfernt Partymusik und sahen den Schein von Lichterketten. Eine Dorfdisko hier? Das fragte ich mich. Aber dann erklärte jemand, dass dort eine Hochzeit stattfände: „Wollt ihr mal rein schauen?“ Hochzeit auf bengalisch weiterlesen

Die Klima-Ausstellung

Die Klima-Kampagne ist eine der neuesten Kampagnen in Mati. Sie ist ein Bereich, in dem wir Freiwilligen leicht einbezogen werden können, da Bangla-Kenntnisse nicht unbedingt notwendig sind, um sich hier sinnvoll einbringen zu können. Wenn ich an Ursachen des Klimawandels denke, fallen mir Transportmittel (zur Mobilität, wie auch zum Gütertransport), Energieproduktion (vor allem Kohle und Erdöl) und industrielle Landwirtschaft (insbesondere Tierausbeutung) ein. Auf der Agenda der Klima Kampagne in Mati stehen auch Wasserverschmutzung und Müll. Erstaunt fragte ich: „Aber warum ist Wasserverschmutzung eine Ursache des Klimawandels?“ Die Antwort ist einfach: Wasser kann große Mengen Kohlenstoffdioxids binden, aber wenn es verschmutzt ist, verliert es diese Fähigkeit. Dass dieser Aspekt hier eine viel größere Bedeutung hat als in Europa, ist leicht zu verstehen, wenn mensch sich die Straßen ankuckt, in denen sich an vielen Stellen der Müll stapelt und das überirdische Abwassersystem einen üblen Geruch abgibt. Die Klima-Ausstellung weiterlesen