Das neue Jahr und miese Temperaturen

Den Jahreswechsel verbrachte ich mit (fast) der gesamten Mati-Belegschaft in Huzurikanda, einem weiteren Projektstandort von Mati. Ich hatte mich durch die morgendliche Abfahrt des „deutschen Teams“ mit dem Fahrrad am 30. Dezember aus verschiedensten Gründen unter Stress gesetzt gefühlt. Ich wollte vor Jahreswechsel noch tausend Dinge im Internet erledigen und fühlte mich müde und gestresst. Als ich dann am Morgen meinen Rucksack packen wollten, entdeckte ich, dass er nach nur einem Monat hier im Projekt voller Schimmel war. Das neue Jahr und miese Temperaturen weiterlesen

Unsere Weihnachtsessen

Die beiden letzten Wochen war viel hier los: es ist noch voller geworden und immer wieder gab es große Essensrunden. Anfang der vergangenen Woche war die Frau des Gründers [sie ist Deutsche, er Bengale] gemeinsam mit ihren drei Kindern angekommen. Sie alle hatten bislang hier gelebt. Doch das bengalische Schulsystem ist im Vergleich mit dem deutschen um so vieles nachteiliger, dass die Familie nach langem Überlegen, zu Beginn des laufenden Schuljahres nach Deutschland gewechselt war. Unsere Weihnachtsessen weiterlesen

Zwei freie Tage

Nach zwei freien Tagen, war heute wieder ein Arbeitstag. Freitag ist hier ja ohnehin der freie Wochentag und gestern war ein Feiertag, der sogenannte Siegestag (Bijôy Dibôs), an dem der Sieg der Bangladeschs und Indiens über die pakistanische Armee gefeiert wird. Mit diesem Sieg wurde Bangladesch 1971 unabhängig. Dieser darf allerdings nicht mit dem Unabhängigkeitstag (Shadhinôta Dibôs) verwechselt werden, der am 26. März gefeiert wird und an die Unabhängigkeitserklärung (ebenfalls von 1971) erinnert.

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Leute und Launen

Nachdem es die erste Zeit hier meist sonnig und relativ warm war, hat es seit Samstag fast durchgehend geregnet. Obwohl die Tagestemperatur immer noch über 20 Grad lag, habe ich immer wieder gefroren. Aber vor allem machte mich das schlechte Wetter übellaunig. Heute kam die Sonne endlich wieder raus und mir geht es schon etwas besser.

Auch an den hiesigen Geräuschpegel gewöhne ich mich so langsam, zumal die Lärmbelastung hier nicht so zu spüren ist wie im Stadtzentrum, und Mymensingh diesbezüglich ohnehin mit Dhaka nicht zu vergleichen ist. Hier nerven mich eher die kleinen Geräusche: die Filmmusik aus dem Nachbarhaus beim Einschlafen oder die Diskussionen und das laute Lachen aus dem „Youth Centre“, einem großen Raum, der direkt vor meiner Zimmertür liegt. Leute und Launen weiterlesen

Hochzeit auf bengalisch

Gestern Abend machten wir Freiwilligen einen kleinen Spaziergang mit zwei Mati-Mitarbeitern. [Einer von ihnen hatte darauf bestanden, dass Mati uns zu Süßigkeiten einladen solle, aber das wollten wir nicht. Trotzdem gingen wir nach einigem Hin und Her los und sagten, dass wir höchstens eine Tasse Tee annehmen würden. Schließlich endeten wir wir ein einem Imbiss, in dem Pulverkaffee von Nescafe, der einzig hier erhältliche Kaffee, angeboten wurde – zum Kopfschütteln, da wir keinen Kaffee wollten und dieser mehr als zehnmal so viel kostet wie Tee. Aber darum soll es hier eigentlich gar nicht gehen.] Als wir von Mati den Pfad zur Bahnlinie entlang gingen, hörten wir einige hundert Meter von Mati entfernt Partymusik und sahen den Schein von Lichterketten. Eine Dorfdisko hier? Das fragte ich mich. Aber dann erklärte jemand, dass dort eine Hochzeit stattfände: „Wollt ihr mal rein schauen?“ Hochzeit auf bengalisch weiterlesen

Die Klima-Ausstellung

Die Klima-Kampagne ist eine der neuesten Kampagnen in Mati. Sie ist ein Bereich, in dem wir Freiwilligen leicht einbezogen werden können, da Bangla-Kenntnisse nicht unbedingt notwendig sind, um sich hier sinnvoll einbringen zu können. Wenn ich an Ursachen des Klimawandels denke, fallen mir Transportmittel (zur Mobilität, wie auch zum Gütertransport), Energieproduktion (vor allem Kohle und Erdöl) und industrielle Landwirtschaft (insbesondere Tierausbeutung) ein. Auf der Agenda der Klima Kampagne in Mati stehen auch Wasserverschmutzung und Müll. Erstaunt fragte ich: „Aber warum ist Wasserverschmutzung eine Ursache des Klimawandels?“ Die Antwort ist einfach: Wasser kann große Mengen Kohlenstoffdioxids binden, aber wenn es verschmutzt ist, verliert es diese Fähigkeit. Dass dieser Aspekt hier eine viel größere Bedeutung hat als in Europa, ist leicht zu verstehen, wenn mensch sich die Straßen ankuckt, in denen sich an vielen Stellen der Müll stapelt und das überirdische Abwassersystem einen üblen Geruch abgibt. Die Klima-Ausstellung weiterlesen

Das Küchengarten-Projekt

Gestern konnte ich das Programm für ökologische Landwirtschaft kennenlernen. Ein Mati Mitarbeiter und ich verließen dazu auf einem Fahrrad die Stadt [nachdem ein weiteres Klima-Treffen zur Vorbereitung der Ausstellung stattgefunden hatte]. Wir fuhren etwa 10 Kilometer um die Gegend von Ajmotpur zu erreichen. Der Weg führte über viele kleine Pfade und holprige Feldwege. Wir fuhren eine Weile lang einer grünen Auto-Rikscha, von der aus per Megaphon etwas verkündet wurde, hinterher. Etwas später kam uns eine weitere solche entgegen. Ich sah Reisfelder und Bananenstauden. In einem der fünf Dörfern, in denen Mati das Küchengarten-Projekt durchführt, besuchten wir eine Familie. Das Küchengarten-Projekt weiterlesen

Mein Einstieg in die Freiwilligen-Arbeit

Langsam lerne ich diesen Ort und die Arbeit in Mati etwas kennen. Am Samstag, meinem ersten Arbeitstag, an dem ich einen großen Teil des Tages mit Warten zubrachte, fühlte ich mich etwas verloren und gelangweilt. Mein Willkommens-Tee wurde getrunken, während ein Teil der Leute noch immer in Huzurikanda war. Aber alle Anwesenden stellten sich vor und stellten einige Fragen über mich. Etwas später verbrachte ich etwas Zeit im Gesundheitszentrum (Health Center) [ein Raum mit einigen Medikamenten und zwei Angestellten] und der Schneiderei während ich darauf warte, dass jemand Zeit hat mich in die allgemeine Arbeit von Mati einzuführen. Mein Einstieg in die Freiwilligen-Arbeit weiterlesen

Auf den Magen geschlagen

Gestern (Dienstag) früh bin ich aufgewacht, nachdem ich gerade erst eingeschlafen war. Hinter mir die lange, größtenteils schlaflose Nacht. Ich war müde und erschöpft, mein Kopf tat etwas weh und mein Magen fühlte sich seltsam an. Als jemand an die Tür klopfte, zwang ich mich aufzustehen. Ich wusste, dass ich um neun Uhr fertig sein sollte, dann würde die reguläre Arbeitszeit beginnen. Auf den Magen geschlagen weiterlesen

Ankunft in Mymensingh

In meiner letzten Nacht Dhaka wachte ich um ein Uhr nachts auf und konnte nicht mehr schlafen. Das gab mir viel Zeit, um über den Straßenlärm sechs Stockwerke unter mir nachzudenken. Das ununterbrochene Hupen der Autos und CNGs hörte nichtmal zu dieser nächtlichen Stunde auf – es war ein permanentes Hintergrundgeräusch.

Ich versuchte diese frühen Morgenstunden so gut wie möglich für mich selbst zu nutzen. Dann zwischen sechs und sieben Uhr morgens zog ich sehr hungrig los, um frühstücken zu gehen. Unten auf der Straße war ich erstaunt, wie leer Fahrbahn und Gehsteig so früh morgens waren. Ankunft in Mymensingh weiterlesen

Hilfsbereite Bengalen

Gestern Nacht nach meinem langen Herumgelaufe im hektischen Puran Dhaka entschied ich zwei Dinge:

Ich merkte, dass mir mein eigenes Bedürfnis irgendwo anzukommen, nicht bewusst gewesen war. Ich hatte geplant gehabt, einige Tage länger in Dhaka zu bleiben, und ein oder zwei Tagestouren zu kleineren Städten außerhalb der Metropole zu unternehmen. Aber in Dhaka zu sein erschöpfte mich anders als ich vorher angenommen hatte. Schon der Blick auf eine Karte, um die Busbahnhöfe zu finden, von wo aus ich in die abgelegeneren Städte käme, gab mir das Gefühl völlig energielos zu sein. Deshalb würde ich nun diesen Teil überspringen und so schnell wie möglich nach Mymensingh weiterreisen.

Zudem wurde mir klar, dass es nicht gerade zu meinem Wohlbefinden beitrug überallhin zu Fuß zu gehen. Hilfsbereite Bengalen weiterlesen

Dhaka: Im Gedränge der Stadt

Im Moment des Verlassens des Flugzeugs werde ich von einer angenehm warmen Luft und dem fröhlichmachenden Duft Südasiens begrüßt. Eine einzigartige Mischung von Aromen, in der Gestank nicht verboten ist, sondern sondern eine elegante Fußnote bildet. Der Flughafen ist viel kleiner als der von Kuwait, aber viel bunter. Einfache Toiletten, ein kleiner Duty-Free-Shop (keine Parfüms, die in Kuwait predominat waren, sondern Flaschen mit Getränken), irgendwo Schreibtische von Flughafenpolizei und Sanitätern, große Reklamen und vor allem die langen Warteschlangen vor den Schaltern der Einwanderungspolizei. Dhaka: Im Gedränge der Stadt weiterlesen